Der Dispokredit ist einer der meist genutzten Arten eines Kredit

Der Dispokredit – oftmals teuer, dennoch das meistgenutzte Kreditangebot

Betrag
  100
€ 100
€ 1500
Laufzeit
Kredit 100 Soll-/ Effektivzins 0,58
Zu zahlender Gesamtbetrag
Zahlbar am 01-01-0000 Sollzins 15%
2-Raten Option 39

Der Kreditrechner enthält repräsentative Werte, zu denen wir typischerweise Kredite vergeben. Der Sollzinssatz ist fest. Erfüllung banküblicher Bonitätskriterien vorausgesetzt.

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Der Mensch geht in der Regel immer den Weg des geringsten Widerstandes! Was dieser Satz mit einem Kredit zu tun hat? Nicht gerade wenig, denn der Dispokredit, der in Österreich auch als Überziehungskredit, Überziehungsrahmen und Rahmenkredit angeboten wird, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie einfach es sein kann, schnell und vor allem unproblematisch eine finanziellen Engpass zu überbrücken.

Der Überziehungskredit(umgangssprachlich „Dispo“ genannt), einmal seitens der kontoführenden Bank eingeräumt, steht immerhin an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung. Das Einzige, was es benötigt, ist eine zum Girokonto passende Bankkarte nebst Bancomat, um dann in Folge zu jeder Zeit seine Liquidität aufrecht zu erhalten. Alles perfekt – oder?

Mitnichten, denn diese Form eines Kredits ist zwar eine der am meisten kurzfristig nutzbaren Finanzierungsmöglichkeiten, was allerdings nicht auf die Kreditkonditionen an sich zurückzuführen ist. Schaut man sich den durchschnittlichen effektiven Jahreszinssatz für Ratenkredite an und vergleicht diesen mit dem Zinssatz für einen Dispokredit, so bleibt festzustellen, dass dieser Kredit doch erheblich teurer ist.

Dies zeigt sich, wenn man den Vergleichsrechner der Arbeiterkammer Österreichs nutzt. Denn dort zeigt sich im Ergebnis, dass sich der Zinssatz effektiv per anno zwischen 6,375 % per anno (DADAT Bank) und 13,25 % (Volksbank Wien-Zentum) bewegen kann.

Insofern doch eigentlich unverständlich, dass dieser Kredit mit Abstand die beliebteste Darlehensform darstellt. Die Gründe hierfür liegen in der Konstruktion des Dispokredit, der eigentlich korrekterweise Überziehungskredit / Rahmenkredit heisst.

Was ist eigentlich unter einem Dispokredit / Überziehungskredit / Rahmenkredit zu verstehen?

Bei dieser Kreditart räumt die kontoführende Bank dem Kontoinhaber eine sogenannte Kreditlinie ein, die es erlaubt innerhalb dieses finanziellen Rahmens das Konto im Minus zu führen. Diese gewährte Kreditlinie wird Überziehungskredit / Überziehungsrahmen / Rahmenkredit (umgangssprachlich „Dispo“) genannt. Ein solcher Kredit kann entweder durch den Kontoinhaber beantragt werden oder die kontoführende Bank richtet einen solchen Überziehungsrahmen eigeninitiativ ein. Die Voraussetzungen für die Kontoüberziehung sind ein regelmäßiger Geldeingang auf dem Konto und eine positive Bonitätsauskunft (KSV). Die Höhe der gewährten Kreditlinie richtet sich bei vielen Kreditinstituten nach der Höhe regelmäßiger Geldeingänge durch Lohn, Gehalt, Rente, Sozialgelder oder Unterhaltszahlungen. Nicht selten wir hier bis zum 4-fachen des regelmäßigen Geldeingangs als Kreditlinie gewährt.

Die Gefahr des hohen Zinssatzes bei gewährten Überziehungskrediten

Die Zinsen müssen nur für den Betrag gezahlt werden, um den das Konto überzogen ist. Die Berechnung der Zinsen für den genutzten Kreditrahmen erfolgt also immer Tag-genau. Es müssen also nur für die Tage Zinsen gezahlt werden, an welchen sich das Konto im Minus befindet bzw. der Überziehungskredit in Anspruch genommen wurde. Dabei erfolgt die Zinsberechnung tatsächlich nur für den Betrag, der von dem Kredit anteilig in Anspruch genommen wurde – nicht für die generell gewährte Kreditlinie. Jedoch gilt zu beachten, dass die Fällig Stellung der Zinsen bei den meisten Banken vierteljährlich, jeweils zum Ende eines Quartals, erfolgt. Die Zahlung der Zinsen erfolgt dabei durch Belastung des mit dem gewährten Überziehungskredit / Rahmenkredit verbundenen Girokontos als Referenzkonto. Falls das Konto zum Quartalsende einen Sollsaldo aufweist, erhöhen die Zinsen diesen Saldo.

Was bei dieser Kreditart stets zu beachten ist: Die Kreditinstitute sind seit Juni 2010 dazu verpflichtet, die Zinssätze für einen Überziehungskredit an einen Referenzwert zu koppeln. Nur dann dürfen sie ohne Benachrichtigung der Kontoinhaber den Zinssatz für einen solchen Kredit ändern. In der Regel erfolgt die Koppelung der Sollzinsen an den Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) oder an den ­Euribor, also den Zinssatz, den Banken zahlen müssen, wenn sie sich gegenseitig Geld leihen.